Aktuelles / Verschiedenes

19.01.2021:   Schwanenparadies im Moor

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein: diese Gabe braucht ein guter Natur- und Tierfotograf. Karl-Heinz Metscher hat diese Gabe. Der Augustendorfer Landwirt ist leidenschaftlicher Hobbyfotograf und hatte auf seiner Wiese quasi vor der Haustür wieder das Glück des Tüchtigen: Schwäne soweit das Auge reicht kamen ihm vor die Linse.

„Die Schwäne habe ich am Freitag auf meiner Wiese zwischen Augustendorf und Forstort-Anfang fotografiert. Diese Wiese scheint ein beliebter Treffpunkt für ,Geflügel’ aller Art zu sein, Gänse, Kraniche und jetzt die Schwäne“, freut sich Metscher über die tierischen Besucher. Doch nicht immer verlässt sich Metscher auf sein Fotoglück direkt vor der Haustür. Auch in den Nachbarortschaften ist der Naturfreund gern mit der Kamera unterwegs. So gelang ihm kürzlich in Kuhstedtermoor ein idyllisches Foto, das eine Gruppe von Rehen an der Seite eines Silberreihers zeigt – sozusagen in friedlicher Koexistenz kamen sich Vogel und Wild nicht ins Gehege. In den vergangenen Jahren waren Silberreiher häufiger als sonst in Kuhstedtermoor zu beobachten –nicht selten unweit der Gummistraße. „Früher war der Silberreiher eine Ausnahmeerscheinung in Deutschland. Seit einigen Jahrzehnten nimmt die Zahl der Beobachtungen deutlich zu. So ist er mittlerweile ein regelmäßiger Wintergast und Durchzügler und sogar ein seltener Brutvogel hierzulande“, heißt es in einer NABU-Mitteilung über den schlanken und eleganten Vogel. (bz)


10.12.2020:   Hans-Dieter und Gesine Thobaben feiern „Diamantene“

(ts) „Wenn die Augustendorfer Jungs ihre Motorräder anwarfen, konnten wir das bis nach Klenkendorf hören. Dann wussten wir: sie kommen“, erinnert sich die ehemalige Klenkendorferin Gesine Thobaben noch lebhaft, auch wenn das tiefe Brummen der Motoren längst verklungen ist. Doch einer der „Augustendorfer Jungs“ hat damals bleibenden Eindruck hinterlassen: Hans-Dieter Thobaben. Vor 61 Jahren startete er seine 250er BMW, um im Nachbardorf zum Theaterabend zu fahren. Doch was auf der Bühne gespielt wurde, war für ihn weniger spannend. Sein Interesse hatte eine junge Dame geweckt, mit der er inzwischen 60 Jahre verheiratet ist. Heute feiern die beiden 80-jährigen Augustendorfer ihre Diamantene Hochzeit – wegen Corona im engsten Familienkreis. Ende nächsten Jahres soll die Feier nachgeholt werden.

Die Augustendorfer Jungs hatten damals in Klenkendorf eigentlich das Sagen“, schmunzelt Thobaben verschmitzt, der damals als Maurer im elterlichen Betrieb arbeitete. Zumindest mit Blick auf Gesine stimmt diese Einschätzung. Denn auch die junge Klenkendorferin hatte damals ein Auge auf Hans-Dieter geworfen: Nach der Aufführung der Weihnachtsbühne kommt ihre Freundin, die als Liebesbotin fungiert, zu ihm mit den Worten an die Theke: „Hans, Du sollst nicht wegfahren, bleib mal lieber hier. “Hans bleibt und es „funkt“ nachhaltig, so dass schon ein Jahr später geheiratet wird. Das Eheglück nimmt seinen Lauf, als 1961 Tochter Matina geboren wird. 1965 folgt Dietmar Thobaben und 1975 ist die Familie mit der Geburt des Sohnes Henry komplett.

Auch beruflich geht es voran. 1971 macht Hans-Dieter die Meisterprüfung, um schon ein Jahr später von seinem Vater Dietrich Thobaben den 1932 gegründeten Betrieb zu übernehmen. Heute leitet Sohn Dietmar Thobaben das Baugeschäft. Und auch die vierte Generation mit Enkel Devin, der bald seine Meisterprüfung ablegen wird, setzt die Familientradition fort Es waren arbeitsreiche Jahre, die das Familienleben der zweiten Generation geprägt haben. Schließlich ist die Arbeit auf dem Bau seinerzeit ein Knochenjob. „Erst 1969 wurde die erste Mischmaschine angeschafft. Und die Steine haben wir damals mit der Forke nach oben geworfen“, erinnert sich Thobaben an die frühen Jahre, als gelegentlich auch Gesine beim Abladen des Baumaterials mitgeholfen hat.

In ihrer wenigen Freizeit widmen sich die Thobabens vor allem dem Vereinsleben. Gesine ist leidenschaftliche Schützin. Sie ist kaum verheiratet, da wird sie auch schon Schützenkönigin. „Das Beste, was Klenkendorf hervorgebracht hat, ist Gesine, hat damals unser Schützenpräsident Metscher gesagt“, erinnert sich Hans-Dieter Thobaben. „Die Augustendorfer Damen haben schon mitgeschossen, auch wenn es offiziell noch gar keine Damenabteilung gab.“ So war es nur folgerichtig, dass die begeisterte Schützenschwester 1969 zu den Gründungsmitgliedern der neuen Damenabteilung gehört. Hans-Dieter Thobaben hat ein musikalisches Hobby. Er engagiert sich als Flötist im Augustendorfer Spielmannszug. Doch der Bauunternehmer fördert auch die anderen Vereine, nicht zuletzt den Augustendorfer Karnevalsverein. Für seine Verdienste ums Narrenwesen verleiht der Bundesverband des Deutschen Karnevals Thobaben den Münchhausen-Orden. Als Mitglied im Rat der ehemals selbstständigen Gemeinde Augustendorf und als langjähriges Vorstandsmitglied im Kulturverein erwirbt sich Thobaben weitere ehrenamtliche Verdienste. Nicht zuletzt begleitet er als Baufachmann auch den regen Dorferneuerungsprozess in Augustendorf. Die auch über die Ortsgrenzen hinaus beachteten stabilen Buswartehäuschen tragen Thobabens Handschrift.

Der stete Wandel der Baubranche prägt auch Thobabens aktive Zeit an der Spitze des Baugeschäfts. Sein Vater Dietrich kam noch mit einem Aktenordner aus. „Da war alles drin, was er brauchte“, erinnert sich Thobaben an die Anfänge des Geschäfts in einer Zeit, als noch die meisten Aufträge vor allem im eigenen Dorf abgewickelt werden. Und von Computer oder Druckern ist noch keine Rede, als eine Bauzeichnung mit Sonnenlicht auf lichtempfindliches Pauspapier übertragen wird, um eine Kopie herzustellen. Doch die Zeiten ändern sich auch für ein kleines Baugeschäft: Bald geht der Wirkungskreis über die Grenzen des kleinen Moordorfes hinaus. Ein Autotelefon wird angeschafft, um auch auf auswärtigen Baustellen erreichbar zu sein. Denn in den 80er Jahren fährt Thobaben mit einem Mitarbeiter zweimal die Woche nach Hamburg, um lukrative Kaminbauaufträge in Neubausiedlungen zu übernehmen. „Morgens um 5 Uhr sind wir losgefahren. Und wir sind nicht eher nach Hause gefahren, bis wir zwei Kamine fertig hatten“, erinnert sich Thobaben an arbeitsreiche Zeiten, in denen eine 90-Stunden-Woche keine Seltenheit war. „Und ich habe jede Menge Brote geschmiert, damit alle bei Kräften blieben“, erinnert sich Gesine Thobaben an jene Jahre, in denen an Urlaub noch nicht zu denken ist.

Erst ab 1989 gönnen sich die Thobabens regelmäßige Urlaubsauszeiten. „Dann ging es jedes Jahr immer an denselben Ort“, erinnert sich Gesine Thobaben an schöne Zeiten im Harz. Doch zum 40. Hochzeitstag zieht es das Unternehmerpaar in die Ferne: Eine sechswöchige Reise durch die USA – von Florida bis zu den Niagarafällen bleibt in lebhafter Erinnerung. „12 000 Kilometer waren wir unterwegs“, erinnert sich Gesine.

Heute genießen die Thobabens ihre gemeinsame Zeit mit der Familie. Für große Freude sorgen sechs Enkelkinder und drei Urenkel. „Und das vierte Urenkelkind ist schon unterwegs“, freuen Gesine und Hans-Dieter Thobaben. Das Geheimnis für ein langes Eheglück seien Aufrichtigkeit und Verlässlichkeit, sind sich die beiden Eheleute einig. „Ein Patentrezept gibt es nicht. Aber wichtig ist, dass man immer ehrlich zueinander ist und dass man sich aufeinander verlassen kann“, sagt Hans-Dieter Thobaben und seine Frau pflichtet ihm bei: „Das hat man sich ja auch versprochen. Und was man sich versprochen hat, das gilt.“ (bz)

 

               Im Jahre 1960                 und                       60 Jahre später


15.11.2020:   Gedenkfeier Volkstrauertag in kleinem Rahmen

Von der Corona Pandemie sind auch die bundesweiten Gedenkfeiern zu Ehren der Gefallenen und Vermißten , sowie der Opfer von Folter und Gewalt beider Weltkriege, betroffen. Die Feiern fallen  aus oder finden nur in kleinem Rahmen statt. Auch die Kranzniederlegung am Ehrenmal in Augustendorf  bei der alten Schule fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit satt. In diesem Jahr ohne Beteiligung des Posaunenchores und eine Andacht eines Pastors der Kirchengemeinde Gnarrenburg. Auch die Freiw. Feuerwehr Augustendorf verzichtete sicherheitshalber auf die Stellung einer Ehrenwache.

Ortsvorsteherin Corinna Viebrock und ihr Stellvertreter Reiner Brodtmann legten jedoch in stillem Gedenken für die Ortschaft Augustendorf einen Kranz am Denkmal nieder in der Hoffnung, dass im nächsten Jahr wieder eine Gedenkveranstaltung mit Beteiligung der Einwohner stattfinden kann. Die Feier findet seit 1928 ohne Unterbrechung statt.

 


14.11.2020:   Pastor Florian von Issendorff ist im Amt

Seit dem 1. Oktober ist Florian von Issendorff erst im Amt, und doch ist der neue Pastor für Gnarrenburg, Kuhstedt und Kirchwistedt schon mittendrin. Er ist damit auch zuständig für Augustendorf. Für die erste Zeit hat er sich etwas Besonderes einfallen lassen: Er trifft Mitarbeiterinnen Mitarbeiter der Gemeinden an ihren Lieblingsorten. „Das war richtig toll. Vom eigenen Wohnzimmer bis zum Kranichturm im Moor war schon einiges dabei. Ich habe so nicht nur ganz viel über die Person erfahren, sondern auch die schöne Region etwas kennenlernen können“, sagt Florian von Issendorff. Diese kreative Art, Land und Leute kennenzulernen, sagt schon viel aus über den 36-Jährigen, dessen Frau Anja parallel als Pastorin im Bremervörder Hospiz begonnen hat. Die beiden lernten sich im Vikariat kennen und haben 2015 geheiratet und sind stolze Eltern einer 3-jährigen Tochter.

Die von vielen befürchtete lange Vakanzzeit dauerte nach dem Ausscheiden von Pastor Manfred Schmeisser in der Kirchengemeinde Gnarrenburg nicht allzu lange. Der neue Pastor fühlt sich in der Moormetropole Gnarrenburg bereits „sehr wohl“: „Die schöne Moorlandschaft, der Kirchhof mitten im Ort und das wunderbar renovierte Pfarrhaus zwischen Kirche und Kneipe. „Das ist doch Klasse“, sagt von Issendorff. Er freue sich auf die Arbeit in den Gemeinden, „vor allem aber auf die Begegnungen mit den Menschen hier – auch wenn Letzteres gerade schwieriger geworden ist.“

Einige Gottesdienste konnte der Geistliche in den ersten Wochen des Dienstes schon feiern – auch wenn die offizielle Einführung erstmal verschoben wurde. Besonders gut gefällt ihm die Arbeit in einem großen Team: „Es gibt viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit verschiedenen Talenten und Aufgaben. Und alle sind mit viel Leidenschaft dabei. Das sind richtig tolle Voraussetzungen hier“. Wichtig sei ihm in seiner Arbeit, dass Kirche einladend ist und nahe bei den Menschen. „Die sollen spüren: Ja, hier bin ich willkommen. In den nächsten Jahren möchte ich darum besonders dieses Ziel verfolgen. Konkret heißt das für mich, dass die Gemeinden noch stärker ihre Mitglieder wahrnehmen, dass wir die Angebote für die verschiedenen Lebensalter weiter verbessern und auch selbstkritisch schauen, was die Menschen hier in der Region wirklich brauchen.“ Jetzt heißt es für ihn und seine Frau aber erstmal: Ankommen und möglichst viele Menschen besuchen – soweit das eben möglich ist.

Und außerdem steht Weihnachten vor der Tür. „Dieses Jahr läuft ja alles anders. Aber wir haben schon Ideen. Besonders für die große Flächengemeinde Gnarrenburg, in der Heiligabend ansonsten um die 800 Menschen in die Kirche kommen, wird es dieses Jahr anders werden. Und vielleicht darum auch noch einmal besonderer.“ Mehr will er aber noch nicht verraten. (bz/fm)

Seit dem 1. Oktober ist Florian von Issendorff neuer Pastor für Gnarrenburg,

Kuhstedt und Kirchwistedt – die Kirchenregion „Stark wie eine“.

Foto: Kirchenkreis Bremervörde-Zeven


28.06.2020:   Wie die Torfstecher lebten (Eine Reportage)

Die,,Groode Döör" an der Giebelseite des alten Fachwerkhauses steht einladend offen. Der erste Blick in die Diele ist ein Blick ins Schwarze. Gemessen am gleißenden Licht, das die Sonne über dem Hof ausbreitet, bietet die alte Diele ein Kontrastprogramm, an das sich das Auge aber schnell gewöhnt. Das ist auch gut, weil es hier viel zu entdecken gibt. Mit allen Sinnen. Schon kneift es ein bisschen in der Nase. Das Fachwerkhaus auf dem Moorhof in Augustendorf war ein altes Rauchhaus. Aus seinen Wänden und Holzbalken strömt noch heute ein beißender Geruch.

Urlaubszeit, Reisezeit. So selbstverständlich ist das in Zeiten von Corona nicht mehr. Manch einer entscheidet sich lieber für Ferien vor der eigenen Haustür. Was nicht bedeuten muss, dass dies nicht auch spannend sein kann und neue Eindrücke bringt. Wer in der Region auf Entdeckungstour gehen möchte, dem eröffnen die Heimatmuseen wahre Zeitreisen.

Fritz Metscher ist der Reiseführer. Er kennt sich aus auf dem Moorhof. Er hat die Renovierung des alten Rauchhauses begleitet und 1988 den Verein ,,Historischer Moorhof Augustendorf – Heimatverein Gnarrenburg"mitgegründet. ,,Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, das restaurierte Rauchhaus als Museum ehrenamtlich zu führen', erzählt Fritz Metscher. Der Verein will folgenden Generationen zeigen, wie Menschen um die Jahrhundertwende gelebt und gearbeitet haben". So ist der Hof eingerichtet- mit kleinen Stuben und Schlafbutzen, der Küche mit dem Herd, auf dem die Torfstücke zum Brennen lagern, und mit der großen Diele, auf der es an diesem warmen Tag herrlich kühl ist. Fritz Metscher deutet mit dem Zeigefinger nach oben: ,,Das Strohdach isoliert gut." Alles scheint so, als seien die Bewohner gerade nicht zu Hause. Sehr wahrscheinlich sind sie ins Moor gezogen. Mit ihren Holzschubkarren, deren lange und tief über dem Boden verlaufende Ladefläche genügend Platz für die gestochenen Soden bietet. Und zudem ausgerüstet mit den Stecheisen, die auf der Diele an der Wand hängen. Torfstechen, Stücke schneiden, stuken, was stapeln bedeutet, und schließlich ringeln, das ringförmige Übereinanderlegen der angetrockneten Torfstücke – so sah der Alltag der Moorbauern aus. Hatte der heiße Sommerwind die geringelten Soden nachgetrocknet, türmten die Torfstecher schließlich alles zu einem mehr als mannshohen Hümpel auf. Zwölf bis vierzehn Stundenwaren sie am Tag mit dieser Arbeit beschäftigt, weiß der ,,Zeitreiseführer". Heute würde man sagen ,,Guide“. Aber das will so gar nicht in diese geschichtsträchtige Kulisse passen. Neemodschen Kram, würde der plattdütsche Besucher denken, der jetzt tief eingetaucht ist in die Jahre ab 1847, als Moorbauer Hilken genau hier seine Hofstelle errichtet hatte. Nachdem Moorkommissar Jürgen Christian Findorff schon ab 1751 die Kolonisation des Moores angeschoben hatte. Es gibt einen Spruch über das Schicksal der Siedler: ,,Den Ersten sien Dood, den Teeeten sien Noot, den Drütten sien Broot". Hier erhält der Gast eine leise Ahnung davon. Landleben ist für manch einen heute wieder schick. Damals aber, sagt Fritz Metscher, bedeutete es ,,schwerste Handarbeit und ärmlichste Lebensbedingungen". Eine Plackerei war es, den mühselig gestochenen Torf mit dem Kahn nach Bremen zu schaffen, wo er als Heizmaterial willkommen war.

 Bis zuletzt blieb Augustendorf Nummer 11 in Familienbesitz. Als das alte Haus 1985 abgerissen werden sollte, erkannte die Gemeinde Gnarrenburg, welch Kleinod der Moorhof ist. Sie erwarb ihn und begann 1986 mit der Sanierung des Rauchhauses. Vier Jahre später wurde es eingeweiht. Fritz Metscher erinnert sich, dass der Heimatverein, der mit der Gemeinde einen Nutzungsvertrag geschlossen hatte, anfangs skeptisch war: ,,Wir glaubten, dass wir nicht viel Erfolg haben werden mit dem Konzept eines reinen Museums," Aber: ,,Es kam ganz anders." Rund 8000 Besucher pro fahr zählt der Heimatverein. ,,Sie kommen aus der gesamten Republik und aus dem Ausland", sagt Metscher stolz. Die Einträge im Gästebuch stammen von Besuchern aus Schweden, Polen und den USA. Dazwischen findet sich ein Eintrag mit japanischen Schriftzeichen. ,,Wir sind beeindruckt", heißt es oft. ,,Es ist toll, was man hier sehen konnte", schreibt eine junge Besucherin namens Merle. Vor allem der Steinbackofen, erzählt Fritz Metscher, sei für die Besucher ein ,,Highlight, weil sie den warmen Butterkuchenlieben, der hier gebacken wird.

Der Reiseführer zieht den Kopf ein, um durch eine niedrige Türöffnung ins nächste Zimmer zu kommen. Er klappt den Deckel einer großen Holztruhe auf und deutet auf ein verstecktes Fach am oberen Rand. ,,Auf die hohe Kante legen", sagt er. Hier hat der Spruch seine wortwörtliche Bedeutung. War etwas übrig in der Kasse der Moorbauern, kam es auf die hohe Kante. An dieser Stelle fällt der Blick auf die rußschwarze Wand. Hier war die offene Feuerstelle. ,,Der Rauch zog über die Diele und imprägnierte das auf dem Dachboden lagernde Korn", erzählt Fritz Metscher, der ebenso weiß, warum die Höfe in einer Ost-West-Richtung angelegt wurden: ,,Wenn aus Richtung Westen das Schietwetter kam mit Regen und Wind, wurde der Rauch durch die groode Dör nach draußen getrieben." Kam hingegen eisiger Wind aus dem Osten, prallte er zunächst einmal auf das Vieh und war somit schon mit etwas Wärme angereichert, bevor er in die Wohnstuben drang.

Öffnungszeiten

Der Historische Moorhof in Gnarrenburg, Augustendorf 11, ist sonntags von 14 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet, bei Maskenpflicht und Sicherheitsabstand. Gruppenführungen sind auch wieder möglich. Nähere Information gibt es unter den Telefonnummern 04763 / 8646 und 04763 / 62220 sowie über die Internetseite www.touristik-gnarrenburg.de. Der Historische Moorhof Augustendorf liegt im Landkreis Rotenburg zwischen Bremen und Hamburg in der Gemeinde Gnarrenburg. In der Umgebung gibt es zudem einen Moorerlebnispfad und einen Moorlehrpfad. (Weser-Kurier)


23.06.2020:  Das Jagdflugzeug im Huvenhoopssee

Am Ende des 2. Weltkrieges, am 12. Oktober 1944, wurde bei heftigen Luftkämpfen ein deutsches Jagdflugzeug über dem Huvenhoopsmoor in Augustendorf abgeschossen. Es stürzte in den gleichnamigen See. Seitdem ranken sich Spekulationen und Geschichten um den Absturz. Aufgeklärt wurde das tragische Geschehen jedoch nie. Fritz Metscher als Dorfchronist für Augustendorf hat es sich auf die Fahne geschrieben, das Geheimnis zu lüften. Gibt es Zeitzeugen oder überlieferte Aussagen, die zur Klärung beitragen können? Wer über Informationen über das Ereignis verfügt, sollte sich mit Fritz Metscher (0 47 63-74 41) in Verbindung setzen. Im so genannten Verlandungsgürtel am Ufersaum des Huvenhoopsees (Pfeil) wird in südwestlicher Richtung das Flugzeugwrack vermutet. (bz) Foto: Schmidt


23.05.2020:   Familie Gans beim Moorausflug

Das hier ist keineswegs ein verspäteter „Vatertagsausflug“. Unser Leser Karl-Heinz Metscher dokumentierte vielmehr einen Moor-Spaziergang von „Familie Gans“ auf einer Wiese zwischen Augustendorf und Forstort-Anfang. „Auch in Corona-Zeiten bin ich mit der Kamera unterwegs, aber meistens brauche ich ja auch nicht weit zu laufen, um ein Motiv zu finden“, schrieb uns Metscher, der die Redaktion der BZ schon mehrfach mit seinen gelungenen Naturfotos erfreut hat. Diese fotogene Graugans-Familie spazierte kürzlich über seine Wiese. Natürlich – wie es sich gehört – im „Gänsemarsch“. (ts)