Aktuelles / Verschiedenes

06.10.2021:   High-Tech bald über dem Huvenhoop?

Suche nach „Me 109“ im Huvenhoopsmoor: Initiativkreis hofft auf Unterstützung des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik

Gute Nachrichten für den „Initiativkreis Huvenhoopsflieger“: Die Gruppe um den Augustendorfer Fritz Metscher, der mit einem halben Dutzend Mitstreiter einem dunklen Geheimnis im Huvenhoopssee auf der Spur ist, könnte schon bald High-Tech-Unterstützung aus der Luft erfahren. Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) prüft zurzeit, ob die Suche nach dem Jagdflugzeug in ein Forschungsprojekt eingebunden werden kann. Wie berichtet, ist der Initiativkreis um Metscher davon überzeugt, dass ein am 4. August 1944 von Alliierten abgeschossenes Jagdflugzeug („Me 109“) unter einem inzwischen verlandeten Areal neben dem Moorsee liegt.

Am Mittwoch konnten Metscher und Henning Müller (Kreisarchiv) sowie der Augustendorfer Bürger Klaus Schomaker vom Initiativkreis ein Team des Leibniz-Instituts vor Ort begrüßen: Prof. Dr. Mike Müller-Petke, Leiter des Forschungsbereiches Grundwasser, und Greta Clasen von der Öffentlichkeitsarbeit des Instituts verschafften sich erstmals vor Ort einen Überblick vom Gelände – in gebotenem Abstand: Denn die fragliche Stelle liegt inmitten eines Naturschutzgebietes mit einem strikten Betretungsverbot.

Umso größer sind die Hoffnungen des Initiativkreises mit Blick auf die technischen Möglichkeiten des Instituts in Hannover. Denn das LIAG begutachtet derzeit Gebiete zur Erprobung ihrer Messtechnik mithilfe von Drohnen. „Dadurch erschließt sich das Forschungsinstitut neue Möglichkeiten, um große Flächen ressourcengünstig und in teilweise schwer zugänglichen Gebieten zu erkunden, um so dreidimensionale Modelle zu den Strukturen des Untergrunds zu erstellen“, wie Clasen und Müller-Petke vor Ort deutlich machten. Den Kontakt zu den Wissenschaftlern hatte Metscher hergestellt, nachdem er von den jüngsten Forschungsaktivitäten des Instituts erfahren hatte. „Drohnenbasierte Messungen sollen unter anderem im Schwerpunkt Grundwasser zur Untersuchung der Salz-Süßwassergrenze in Küstenbereichen, für die flächenhafte Erkundung des Grundwasserspiegels in unzugänglichen Gebieten sowie für die Untersuchung der  Mächtigkeit von Mooren angewendet werden“, heißt es in einer LIAG-Mitteilung.

Das Huvenhoopsmoor sei insbesondere für letzteren Punkt interessant, denn im Zuge vom Klimawandel, Renaturierung und Nachhaltigkeit zeige das LIAG besonderes Forschungsinteresse. „Derzeit ist die Drohne mit einem Elektromagnetiksensor bestückt, der zur Untersuchung der elektrischen Leitfähigkeitsverteilung im Untergrund eingesetzt wird“, heißt es seitens der LIAG mit Blick auf den Einsatz in schwer zugänglichen Gebieten. Aufgrund der hohen Traglast und des modularen Aufbaus könne die Drohne perspektivisch auch mit anderen Sensoren wie dem Georadar bestückt werden. „Die Messdaten würden nach einer Drohnenbefliegung des Moores testweise ausgewertet, um die Messung sowie neue Messsoftware zu prüfen und das Verfahren zu validieren“, teilte das Institut vor dem Ortstermin mit. „Sollten besonders große Auffälligkeiten in den Daten sichtbar werden, die auf ein Fliegerwrack hindeuten könnten, stellt das LIAG diese Erkenntnisse der Gemeinde sehr gerne zur Verfügung um die Ermittlungen in dem Fall zu unterstützen und voranzubringen. Grundsätzlich gibt es jedoch nie eine Garantie, ob es sich bei Funden in den Messdaten tatsächlich um ein Fliegerwrack handelt“, räumt Müller-Petke ein.

Dennoch: Metscher und seine Mitstreiter hoffen jetzt, dass es den Geophysikern gelingt, die zuständigen Behörden zu überzeugen, im nächsten Jahr die Drohnenflüge im Naturschutzgebiet zu genehmigen, um das Geheimnis des Moorsees zu klären, in dem sich nicht nur das Wrack der „Me 109“ befinden soll. Metscher: Es gehe schließlich auch darum, Gewissheit über das Schicksal des jungen Piloten Heinz Moses zu bekommen, dessen sterbliche Überreste in dem Wrack vermutet werden...

 Prof. Dr. Mike Müller-Petke (rechts) und Greta Clasen vom Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik in Hannover mit Vertretern des Initiativkreises Huvenhoopsflieger vor dem Moorsee-Areal, in dem das Wrack der „Me 109“ vermutet wird. Text und Foto: Schmidt / BZ


26.09.2021: „Ehre sei Gott in der Wüste“

Im Nachgang zum Findorff-Jahr wurde der Einweihungsgottesdienst der Gnarrenburger Kirche aus dem Jahre 1790 mit vielen Original-Details in beeindruckender Weise nachgespielt.

Der Bau der Gnarrenburger Kirche war eine der größten Leistungen des Moorkolonisators Jürgen Christian Findorff. Am Sonntag erinnerte die Kirchengemeinde im Rahmen des Findorff-Jahres mit einem besonderen Gottesdienst an ihn und den ersten Gnarrenburger Pastoren Johann-Hinrich Kuhlemann. Die Einweihung der Kirche und die Einführung Kuhlemanns wurden szenisch dargestellt. „Ehre sei Gott in der Wüste“: steht in Lateinisch über dem Eingang geschrieben. Bis heute erinnert der Vers an die entbehrungsreichen Jahre für die ersten Siedler. Sechs Jahre dauerten die Bauarbeiten am Gnarrenburger Gotteshauses. Moorkolonisator Jürgen Christian Findorff hatte die Bauaufsicht und war froh, dass die 8 755 Taler teure Kirche, im September 1790 endlich eingeweiht werden konnte, kümmerte er sich doch fast zeitgleich um den Bau der Grasberger Kirche, die ein Jahr vorher eingeweiht wurde.

Findorff (gespielt von Manfred Aldag) erinnerte daran, dass der schwierige Transport der Baumaterialien durch das Moor für eine Kostensteigerung gesorgt habe. Der Glockenturm wurde erst 78 Jahre später gebaut, sodass am Sonntag, wie schon 1790, nur eine kleine Glocke vor der Kirche erklang. Generalsuperintendent Johann-Hinrich Pratje (gespielt von Norbert Steffens) bezeichnete Findorff als „redlich im Charakter“ und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass man Findorff noch in Jahrhunderten für die Kolonisation des Moores danken werde. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ von Martin Luther. Pratje wünschte der Gemeinde, dass auch die „neue Kirche eine feste Burg für die Gläubigen sein“ möge.

Den ersten Gnarrenburger Pastor, Johann Hinrich Kuhlemann, spielte am Sonntag der heutige „Amtsinhaber“ Florian von Issendorf, der von Pratje begrüßt und gesegnet wurde. Kuhlemann gilt als volkstümlich und schlagfertig im Gespräch. „Er wollte ein treuer Hirte sein und fühlte sich sehr verbunden mit der Moorbevölkerung. Die Menschen fanden ihn nett, aber befolgten leider nicht immer seine Ratschläge. Zu der Zeit herrschte die Trunksucht in Gnarrenburg und den Moordörfern“, berichtete von Issendorff. Kuhlemanns Predigten hätten durchaus eine Stunde gedauert. Da fasste sich von Issendorff am Sonntag kürzer.

Am Ende dankten alle Protagonisten Fritz Metscher aus Augustendorf, der die Idee für diesen Gottesdienst zu Ehren Findorffs hatte. „Er war Initiator und Zugpferd“, betonte von Issendorff. Metscher selbst übernahm am Sonntag den Part des Vorlesers und führte durch den Gottesdienst. Am Ende gab es für Metscher und alle weiteren Akteure viel Applaus der Gottesdienstbesucher. Text und Fotos: Pape / BZ

 

 


29.07.2021:    Welches Geheimnis birgt der Huvenhoops-See?

Initiativkreis ist davon überzeugt, dass im Huvenhoop ein Jagdflugzeug und sterbliche Überreste des Piloten liegen

Immer wenn Fritz Metscher auf den Huvenhoopssee schaut, lässt ihn ein Gedanke nicht los: „Dort liegen ein Pilot und das Wrack eines deutschen Jagdflugzeugs, das am 4. August 1944 bei heftigen Luftkämpfen abgeschossen wurde“, ist der Augustendorfer Ehrenortsvorsteherüberzeugt. Das Thema beschäftigt ihn seit Jahrzehnten. Um Metscher hat sich inzwischen ein sechsköpfiger Initiativkreis gebildet, der dem Geheimnis des Moorsees auf die Spur kommen will. Doch das ist nicht so einfach: Die Absturzstelle befindet sich mitten im Naturschutzgebiet und die Fläche gehört dem Land Niedersachsen, dessen Domänenverwaltung erst kürzlich ein Betretungsverbot für weitere Recherchen signalisiert hat. Doch nach einem Ortstermin mit Landrat Hermann Luttmann, Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde und der Gemeinde schöpfen Metscher und seine Mitstreiter Hoffnung, dass es mit der Klärung der Ereignisse in der letzten Phase des Zweiten Weltkriegs trotzdem vorangeht.

„Wir vermuten, dass sich in dem Flugzeugwrack im Huvenhoopssee die sterblichen Überreste des Piloten Heinz Moses, geboren am 15. Januar 1923 in Delmenhorst, befinden könnten“, sagt Henning Müller (Kreisarchiv Bremervörde), der sich immer wieder mit den Flugzeugabstürzen während des Zweiten Weltkriegs im Kreisgebiet befasst hat und den Initiativkreis bei seinen Recherchen unterstützt. „Moses gilt seit dem 4. August 1944 als vermisst. An diesem Tag kam es im Elbe-Weser-Raum zu mehreren Luftgefechten, an denen über 1000 Flugzeuge beteiligt waren. In Augustendorf kamen an diesem Tag durch Bombenabwürfe Bürgermeister Grabau und dessen Ehefrau ums Leben“, sagt Müller und hofft, dass mit den technischen Möglichkeiten von heute das Flugzeug zu orten ist, um vielleicht das Schicksal des Piloten zu klären.

Das hofft auch Julien Jendral, der das Projekt des „Initiativkreises Huvenhoopsflieger“ intensiv vorantreibt und sich tief in die Materie eingearbeitet hat: Bei allem Verständnis für die Belange des Naturschutzes gehe es schließlich auch um die Klärung einer ethisch-moralischen Frage und nicht zuletzt um ein hohes öffentliches Interesse, betont Jendral. „Tatsächlich kommt es seit Kriegsende immer wieder vor, dass sich Nachfahren gefallener deutscher Jagdflieger bei den Ortsansässigen nach dem Wrack im Huvenhoopsmoor erkundigen, ohne dass ihnen bislang zufriedenstellende Auskünfte gegeben werden können“, so Jendral. Das Flugzeug sei eines von vielen, die im Raum zwischen Gnarrenburg und Stade in den letzten Kriegsjahren abstürzten. „Die Schicksale vieler verunglückter Soldaten konnten in der vergangenen Zeit mit Unterstützung der zuständigen Denkmalbehörden geklärt werden.“ Doch auch der Verbleib des Leutnants Fischer und des Fähnrichs Hennemann seien bislang ungeklärt. „Einer von ihnen konnte zwar geborgen, jedoch nicht identifiziert werden. Eine Identifizierung des Piloten im Huvenhoopssee könnte auch zur Klärung der beiden anderen Schicksale beitragen“, ist Jendral überzeugt.

Viele Geschichten ranken sich um das Flugzeug im Moorsee. Ältere Augustendorfer erinnern sich an eine Zeit, als noch die Antenne aus dem Wasser geragt haben soll, die den Kindern beim Eishockey als Torpfosten gedient hat. Nach dem Krieg gab es mehrere Versuche der Lokalisierung des Flugzeuges, wie Metscher, Jendral und Müller im Gespräch mit der BZ berichten. Nach einem von Fritz Metscher veranlassten Zeugenaufruf in der Bremervörder Zeitung vom 23. Juli 2020 konnte die Gruppe weitere Aussagen lebender Zeugen und Nachfahren verstorbener Zeugen zusammengetragen, die eine Suchaktion dokumentiert, die auf die Initiative der Schwester des Piloten Moses zurückgeht. Sie hatte sich in den 1950/60er Jahren an den Oberkreisdirektor des ehemaligen Kreises Bremervörde, Dr. Johannes zum Felde, gewandt. Der Verwaltungschef sorgte dafür, dass eine Pioniereinheit aus Harburg anrückte. Doch auch den Soldaten gelang es nicht, das Wrack zu finden. Es fehlte am geeigneten Gerät in dem schwierigen Moorgelände.

Außerdem vermutet das Rechercheteam, dass damals an der falschen Stelle gesucht wurde. Denn der Verlauf der Suche ist nicht dokumentiert. „Mangelnde fachliche Kompetenz, administrative Hürden“, kommentiert Jendral rückblickend, der mit seinen Mitstreitern nicht nur die Kreisarchäologie, die Naturschutz- und Denkmalschutzbehörde, die Gemeinde Gnarrenburg als verantwortliche Stelle für die Gefahrenabwehr, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, als rechtmäßigem Eigentümer des Flugzeugwracks, sowie nicht zuletzt den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge über die Recherchen der Initiativgruppe informiert beziehungsweise um Mithilfe gebeten hat. Viel versprechen sich die Mitglieder des Initiativkreises auch vom Amt für regionale Landesentwicklung in Stade, mit dem bislang noch kein direkter Austausch stattgefunden habe, wie Jendral betont.

Mehr als sechs Jahrzehnte nach der gescheiterten Suchaktion im Moor stehen heute ganz andere technische Möglichkeiten der Ortung des Wracks zur Verfügung, so dass eine Betretung des aus Naturschutzgründen so sensiblen Geländes zumindest bis auf Weiteres gar nicht nötig erscheint. Metscher, Jendral und Müller bauen darauf, das fragliche Gebiet schon bald mit einer Drohne zur luftgestützten, geophysikalischen Untersuchung überfliegen lassen zu können. Dazu sei die Hubschrauber-Elektromagnetik grundsätzlich geeignet, da sie leitfähige Strukturen wie Metalle in einem weniger leitfähigen Sediment (Moor) abbilden könne, ergänzt Fritz Metscher und beruft sich dabei auf Erkenntnisse des Leibniz-Instituts in Hannover. „Es wäre eine große Hilfe, wenn uns das Institut im Rahmen eines Forschungsprojektes unterstützen könnte“, hofft Julien Jendral.

Landrat Hermann Luttmann, der auch Vorsitzender des Kreisverbandes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist, zeigte sich aufgeschlossen für die Ideen des Initiativkreises, in dem geschichtsinteressierten Bürger mitwirken, aber auch einige Zeitzeugen im Alter von über 80 Jahren. Und auch Christoph Kundler, Leiter des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege, konnte sich beim Ortstermin mit dem Initiativkreis vorstellen, dass in einem bestimmten Zeitfenster, die Genehmigung für einen Drohnenflug zur Ortung der Messerschmitt Bf 109 denkbar sei, sofern keine naturschutzfachlichen Belange dagegensprechen.

Große Hoffnungen setzen der Initiativkreis und die Behördenvertreter auch in Luftaufnahmen, die von den alliierten Streitkräften sowie im Auftrag deutscher Behörden angefertigt wurden. Nach Recherchen Jendrals und Müllers würden diese Aufnahmen aus den 1940er, 50er und 60er Jahren sowie aus dem Jahr 2020 ermöglichen, die Verlandung des Sees zeitlich nachzuvollziehen und auf „Unregelmäßigkeiten im Gelände“ aufmerksam zu werden. Dass diese Aufnahmen auch für die Untere Naturschutzbehörde hilfreich sein könnten, machte Amtsleiter Kundler deutlich und signalisierte, den Initiativkreis diesbezüglich zu unterstützen.

Es kommt noch jede Menge Arbeit auf den Initiativkreis zu: „Der Huvenhoopssee ist derweil bedauerlicherweise mehr und mehr verlandet, weshalb sich die damalige Absturzstelle nicht mehr im Bereich der heutigen Wasserfläche befindet. Dieser Umstand und die Tatsache, dass einige wenige Augenzeugen zum heutigen Tage noch auskunftsfähig sind, führen dazu, dass sich heute der wohl letzte, aber zugleich günstigste Augenblick bietet, die Erkenntnisse zu verdichten“, hofft Jendral, den auch das „Pflichtgefühl“ umtreibt, dem jungen Piloten, der im Alter von 21 Jahren starb, ein würdiges Andenkenzu bewahren. Die eindeutige Lokalisierung der Absturzstelle ist für Jendral, Metscher, Müller und ihre Mitstreiter aus vielerlei Gründen wichtig: „Die wertvollen Berichte der letzten lebenden Zeitzeugen können jetzt noch in die Nachforschungen einfließen. Angaben über die Absturzstelle können überprüft und die genaue Lage gesichert werden, sodass auch in Zukunft eine potenzielle Identifizierung des Piloten theoretisch möglich bleibt, mindestens jedoch die Stelle als Kriegsgrab deklariert werden kann“, betont Jendral. Die genaue Lage des Flugzeugwracks trage auch zur erfolgreichen Gefahrenabwehr an der Absturzstelle bei, da sich dort noch Munition und möglicherweise Betriebsstoffe befinden. Die Lage des Flugzeugwracks liefere zudem Erkenntnisse, die möglicherweise helfen, den Naturschutz im Bereich des Huvenhoopsees auch in Zukunft sicherstellen zu können, ist Jendral überzeugt.


 

           Fritz Metscher und Julien Jendral                  Henning Müller (Kreisarchiv)

 

                   Hermann Luttmann (Landrat des Landkreis Rotenburg-Wümme)


09. und 16. Mai 2021:   5 Konfirmanden*innen wurden eingesegnet

An zwei Sonntagen fanden Corona-bedingt jeweils gruppenweise vormittags und nachmittags die Konfirmationen 2021 in unserer Paulus-Kirche zu Gnarrenburg statt. In einer bewegenden Feier mit etlichen Überraschungen wurden folgende junge Menschen aus Augustendorf eingesegnet:

            Nele Viebrock                      Finn Bunger                      Janne Klabunde

       Johannes Lippert                   Mara Stelljes

Nele Viebrock, Augustendorf 35, (Eltern: Corinna Viebrock u. Klaus Schomaker)

Finn Bunger, Augustendorf 21 A, (Eltern: Karsten und Monique Bunger)

Janne Klabunde, Augustendorf 10 B, (Eltern: Thorsten und Kerstin (ꝉ) Klabunde)

Mara Stelljes, Augustendorf 10, (Eltern: Detlef und Nadine Stelljes)

Johannes Lippert, Augustendorf 12, (Eltern: Olaf und Annette Lippert)

Die Augustendorfer Konfirmanden*innen bedanken sich auch im Namen ihrer Eltern für die vielen Glückwünsche und Geschenke zu ihrer Konfirmation. Ein großes Dankeschön geht an Pastor Floriaan von Issendorf und dem ganzen Team, welche die Konfirmation zu einem ganz besonderen Tag gemacht haben.

Augustendorf wünscht den frisch Konfirmierten alles Gute auf ihrem weiteren Lebensweg (die Red.)


27.03.2021:   Dorfputzaktion in Augustendorf

Rechtzeitig zum Osterfest führten die Einwohner des kleinen Moordorfes wieder eine Säuberungsaktion im Ort durch. Dabei wurde nicht nur achtlos weggeworfener Abfall eingesammelt, sondern auch Instandsetzungen und Reparaturen durchgeführt. Nachdem schon im letzten Jahr der Dorfputz coronabedingt ausfiel, machten sich in diesem Jahr wieder einige Einwohner mit Schaufel und Harke in kleinen Trupps auf den Weg, um ihr Dorf auf Vordermann zu bringen. Da Ortsvorsteherin Corinna gesundheitsbedingt pausieren musste, wurde die Aktion von ihrem Stellvertreter Reiner Brodtmann organisiert. Die Initiative dazu ging vom Augustendorfer Ludwig Gehlhaar aus.

Es wurde Müll gesammelt, Schilder geputzt, die Pflasterung bei der alten Schule umgelegt und beim Ehrenmal gearbeitet. Auch das beliebte Huvenhoop-Stadion und der Spielplatz wurden „betriebsbereit“ gemacht. Als Dank gab es zum Abschluss ein Glas Hochzeitssuppe mit nach Hause. Der Frühling kann kommen.Positiv ist zu vermelden, dass weniger Abfall als sonst in die Müllsäcke gestopft werden musste. Die Beteiligung der Einwohner hätte allerdings etwas besser sein können. Ehrenortsvorsteher Fritz Metscher meinte dazu: „Man muss den Leuten immer wieder sagen, dass wir in Augustendorf auf einem schönen Stückchen Erde leben. Mit der Zeit wird man jedoch etwas „betriebsblind“.

Es beteiligten am Dorfputz 18 Einwohner: Sabine und Marco Buchholz, Hermann Schröder, Ludwig und Manuela Gehlhaar, Stephanie Schriefer, Fritz Metscher, Claudia Metscher, Uwe Becker, Corinna, Klaus, Nele und Janne Viebrock, Hinrich Katt, Heinz Schütt, Werner Meyer, Martina und Reiner Brodtmann 

 


26.02.2021:   "NEU" Augustendorfer Wappen für Euer Auto 

Es gibt ja schon lange keine Auto-Aufkleber mehr mit dem Augustendorfer Wappen. Das Wappen wurde jetzt modifiziert mit leichten farblichen Änderungen. Das "Braun" des Segels entspricht nun der tatsächlichen Farbe eines Torfkahnsegels. Die Farbe kam zustande, weil das Segeltuch mit einem Sud aus Eichenrinde imprägniert wurde. Bei den ersten Abzeichen war es schwarz. Schwarz war allerdings nur der Torfkahn selbst, weil er alle 2-3 Jahre geteert wurde, um ihn wasserdicht zu halten. Das neue Wappen hat die Maße 70 x 85 mm und hat natürlich die „Spatenform“.

 

Wer einen oder mehrere Aufkleber haben möchte, melde sich bitte umgehend bei Fritz Metscher. Sie kosten 2 Euro je Stück. (Tel. 04763 7441 oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Diese Aktion wird vom Kultur- und Heimatverein Augustendorf unterstützt.


04.02.2021:   Dorfkalender online - Termine unter Vorbehalt
 
Der Terminkalender ist wieder online. Da jeder Haushalt ihn schon von Ortsvorsteherin Corinna Viehbrock in Papierform mit der Zeitung bekommen hat, sind hier nur noch die Veranstaltungen mit öffentlichem Charaker aufgeführt, damit auch die ehem. Augustendorfer Bescheid wissen und kommen können. Termine wie Altpapiersammlung, Feuerwehrdienst usw. fehlen hier also.
 
Alles natürlich unter dem Vorbehalt, das der Lockdown gelockert wird und wir uns wieder treffen dürfen. Wenn ihr Euch nicht sicher seid: Nachfragen. Im Kalender unserer Homepage sind auch die jeweiligen Ansprechpartner zu finden. Der Corona-Virus hinterlässt auch im Vereinsleben tiefe Spuren. Es wird wohl noch lange nicht wieder so werden, wie es  vor der Pandemie war.
 
        Zum Kalender geht es über den Button Kalender links.
 
        Bleibt gesund   -   Fritz
 

19.01.2021:   Schwanenparadies im Moor

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein: diese Gabe braucht ein guter Natur- und Tierfotograf. Karl-Heinz Metscher hat diese Gabe. Der Augustendorfer Landwirt ist leidenschaftlicher Hobbyfotograf und hatte auf seiner Wiese quasi vor der Haustür wieder das Glück des Tüchtigen: Schwäne soweit das Auge reicht kamen ihm vor die Linse.

„Die Schwäne habe ich am Freitag auf meiner Wiese zwischen Augustendorf und Forstort-Anfang fotografiert. Diese Wiese scheint ein beliebter Treffpunkt für ,Geflügel’ aller Art zu sein, Gänse, Kraniche und jetzt die Schwäne“, freut sich Metscher über die tierischen Besucher. Doch nicht immer verlässt sich Metscher auf sein Fotoglück direkt vor der Haustür. Auch in den Nachbarortschaften ist der Naturfreund gern mit der Kamera unterwegs. So gelang ihm kürzlich in Kuhstedtermoor ein idyllisches Foto, das eine Gruppe von Rehen an der Seite eines Silberreihers zeigt – sozusagen in friedlicher Koexistenz kamen sich Vogel und Wild nicht ins Gehege. In den vergangenen Jahren waren Silberreiher häufiger als sonst in Kuhstedtermoor zu beobachten –nicht selten unweit der Gummistraße. „Früher war der Silberreiher eine Ausnahmeerscheinung in Deutschland. Seit einigen Jahrzehnten nimmt die Zahl der Beobachtungen deutlich zu. So ist er mittlerweile ein regelmäßiger Wintergast und Durchzügler und sogar ein seltener Brutvogel hierzulande“, heißt es in einer NABU-Mitteilung über den schlanken und eleganten Vogel. (Text: bz, Fotos: Karl-Heinz Metscher)


10.12.2020:   Hans-Dieter und Gesine Thobaben feiern „Diamantene“

(ts) „Wenn die Augustendorfer Jungs ihre Motorräder anwarfen, konnten wir das bis nach Klenkendorf hören. Dann wussten wir: sie kommen“, erinnert sich die ehemalige Klenkendorferin Gesine Thobaben noch lebhaft, auch wenn das tiefe Brummen der Motoren längst verklungen ist. Doch einer der „Augustendorfer Jungs“ hat damals bleibenden Eindruck hinterlassen: Hans-Dieter Thobaben. Vor 61 Jahren startete er seine 250er BMW, um im Nachbardorf zum Theaterabend zu fahren. Doch was auf der Bühne gespielt wurde, war für ihn weniger spannend. Sein Interesse hatte eine junge Dame geweckt, mit der er inzwischen 60 Jahre verheiratet ist. Heute feiern die beiden 80-jährigen Augustendorfer ihre Diamantene Hochzeit – wegen Corona im engsten Familienkreis. Ende nächsten Jahres soll die Feier nachgeholt werden.

Die Augustendorfer Jungs hatten damals in Klenkendorf eigentlich das Sagen“, schmunzelt Thobaben verschmitzt, der damals als Maurer im elterlichen Betrieb arbeitete. Zumindest mit Blick auf Gesine stimmt diese Einschätzung. Denn auch die junge Klenkendorferin hatte damals ein Auge auf Hans-Dieter geworfen: Nach der Aufführung der Weihnachtsbühne kommt ihre Freundin, die als Liebesbotin fungiert, zu ihm mit den Worten an die Theke: „Hans, Du sollst nicht wegfahren, bleib mal lieber hier. “Hans bleibt und es „funkt“ nachhaltig, so dass schon ein Jahr später geheiratet wird. Das Eheglück nimmt seinen Lauf, als 1961 Tochter Matina geboren wird. 1965 folgt Dietmar Thobaben und 1975 ist die Familie mit der Geburt des Sohnes Henry komplett.

Auch beruflich geht es voran. 1971 macht Hans-Dieter die Meisterprüfung, um schon ein Jahr später von seinem Vater Dietrich Thobaben den 1932 gegründeten Betrieb zu übernehmen. Heute leitet Sohn Dietmar Thobaben das Baugeschäft. Und auch die vierte Generation mit Enkel Devin, der bald seine Meisterprüfung ablegen wird, setzt die Familientradition fort Es waren arbeitsreiche Jahre, die das Familienleben der zweiten Generation geprägt haben. Schließlich ist die Arbeit auf dem Bau seinerzeit ein Knochenjob. „Erst 1969 wurde die erste Mischmaschine angeschafft. Und die Steine haben wir damals mit der Forke nach oben geworfen“, erinnert sich Thobaben an die frühen Jahre, als gelegentlich auch Gesine beim Abladen des Baumaterials mitgeholfen hat.

In ihrer wenigen Freizeit widmen sich die Thobabens vor allem dem Vereinsleben. Gesine ist leidenschaftliche Schützin. Sie ist kaum verheiratet, da wird sie auch schon Schützenkönigin. „Das Beste, was Klenkendorf hervorgebracht hat, ist Gesine, hat damals unser Schützenpräsident Metscher gesagt“, erinnert sich Hans-Dieter Thobaben. „Die Augustendorfer Damen haben schon mitgeschossen, auch wenn es offiziell noch gar keine Damenabteilung gab.“ So war es nur folgerichtig, dass die begeisterte Schützenschwester 1969 zu den Gründungsmitgliedern der neuen Damenabteilung gehört. Hans-Dieter Thobaben hat ein musikalisches Hobby. Er engagiert sich als Flötist im Augustendorfer Spielmannszug. Doch der Bauunternehmer fördert auch die anderen Vereine, nicht zuletzt den Augustendorfer Karnevalsverein. Für seine Verdienste ums Narrenwesen verleiht der Bundesverband des Deutschen Karnevals Thobaben den Münchhausen-Orden. Als Mitglied im Rat der ehemals selbstständigen Gemeinde Augustendorf und als langjähriges Vorstandsmitglied im Kulturverein erwirbt sich Thobaben weitere ehrenamtliche Verdienste. Nicht zuletzt begleitet er als Baufachmann auch den regen Dorferneuerungsprozess in Augustendorf. Die auch über die Ortsgrenzen hinaus beachteten stabilen Buswartehäuschen tragen Thobabens Handschrift.

Der stete Wandel der Baubranche prägt auch Thobabens aktive Zeit an der Spitze des Baugeschäfts. Sein Vater Dietrich kam noch mit einem Aktenordner aus. „Da war alles drin, was er brauchte“, erinnert sich Thobaben an die Anfänge des Geschäfts in einer Zeit, als noch die meisten Aufträge vor allem im eigenen Dorf abgewickelt werden. Und von Computer oder Druckern ist noch keine Rede, als eine Bauzeichnung mit Sonnenlicht auf lichtempfindliches Pauspapier übertragen wird, um eine Kopie herzustellen. Doch die Zeiten ändern sich auch für ein kleines Baugeschäft: Bald geht der Wirkungskreis über die Grenzen des kleinen Moordorfes hinaus. Ein Autotelefon wird angeschafft, um auch auf auswärtigen Baustellen erreichbar zu sein. Denn in den 80er Jahren fährt Thobaben mit einem Mitarbeiter zweimal die Woche nach Hamburg, um lukrative Kaminbauaufträge in Neubausiedlungen zu übernehmen. „Morgens um 5 Uhr sind wir losgefahren. Und wir sind nicht eher nach Hause gefahren, bis wir zwei Kamine fertig hatten“, erinnert sich Thobaben an arbeitsreiche Zeiten, in denen eine 90-Stunden-Woche keine Seltenheit war. „Und ich habe jede Menge Brote geschmiert, damit alle bei Kräften blieben“, erinnert sich Gesine Thobaben an jene Jahre, in denen an Urlaub noch nicht zu denken ist.

Erst ab 1989 gönnen sich die Thobabens regelmäßige Urlaubsauszeiten. „Dann ging es jedes Jahr immer an denselben Ort“, erinnert sich Gesine Thobaben an schöne Zeiten im Harz. Doch zum 40. Hochzeitstag zieht es das Unternehmerpaar in die Ferne: Eine sechswöchige Reise durch die USA – von Florida bis zu den Niagarafällen bleibt in lebhafter Erinnerung. „12 000 Kilometer waren wir unterwegs“, erinnert sich Gesine.

Heute genießen die Thobabens ihre gemeinsame Zeit mit der Familie. Für große Freude sorgen sechs Enkelkinder und drei Urenkel. „Und das vierte Urenkelkind ist schon unterwegs“, freuen Gesine und Hans-Dieter Thobaben. Das Geheimnis für ein langes Eheglück seien Aufrichtigkeit und Verlässlichkeit, sind sich die beiden Eheleute einig. „Ein Patentrezept gibt es nicht. Aber wichtig ist, dass man immer ehrlich zueinander ist und dass man sich aufeinander verlassen kann“, sagt Hans-Dieter Thobaben und seine Frau pflichtet ihm bei: „Das hat man sich ja auch versprochen. Und was man sich versprochen hat, das gilt.“ (bz)

 

               Im Jahre 1960                 und                       60 Jahre später


15.11.2020:   Gedenkfeier Volkstrauertag in kleinem Rahmen

Von der Corona Pandemie sind auch die bundesweiten Gedenkfeiern zu Ehren der Gefallenen und Vermißten , sowie der Opfer von Folter und Gewalt beider Weltkriege, betroffen. Die Feiern fallen  aus oder finden nur in kleinem Rahmen statt. Auch die Kranzniederlegung am Ehrenmal in Augustendorf  bei der alten Schule fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit satt. In diesem Jahr ohne Beteiligung des Posaunenchores und eine Andacht eines Pastors der Kirchengemeinde Gnarrenburg. Auch die Freiw. Feuerwehr Augustendorf verzichtete sicherheitshalber auf die Stellung einer Ehrenwache.

Ortsvorsteherin Corinna Viebrock und ihr Stellvertreter Reiner Brodtmann legten jedoch in stillem Gedenken für die Ortschaft Augustendorf einen Kranz am Denkmal nieder in der Hoffnung, dass im nächsten Jahr wieder eine Gedenkveranstaltung mit Beteiligung der Einwohner stattfinden kann. Die Feier findet seit 1928 ohne Unterbrechung statt.

 


14.11.2020:   Pastor Florian von Issendorff ist im Amt

Seit dem 1. Oktober ist Florian von Issendorff erst im Amt, und doch ist der neue Pastor für Gnarrenburg, Kuhstedt und Kirchwistedt schon mittendrin. Er ist damit auch zuständig für Augustendorf. Für die erste Zeit hat er sich etwas Besonderes einfallen lassen: Er trifft Mitarbeiterinnen Mitarbeiter der Gemeinden an ihren Lieblingsorten. „Das war richtig toll. Vom eigenen Wohnzimmer bis zum Kranichturm im Moor war schon einiges dabei. Ich habe so nicht nur ganz viel über die Person erfahren, sondern auch die schöne Region etwas kennenlernen können“, sagt Florian von Issendorff. Diese kreative Art, Land und Leute kennenzulernen, sagt schon viel aus über den 36-Jährigen, dessen Frau Anja parallel als Pastorin im Bremervörder Hospiz begonnen hat. Die beiden lernten sich im Vikariat kennen und haben 2015 geheiratet und sind stolze Eltern einer 3-jährigen Tochter.

Die von vielen befürchtete lange Vakanzzeit dauerte nach dem Ausscheiden von Pastor Manfred Schmeisser in der Kirchengemeinde Gnarrenburg nicht allzu lange. Der neue Pastor fühlt sich in der Moormetropole Gnarrenburg bereits „sehr wohl“: „Die schöne Moorlandschaft, der Kirchhof mitten im Ort und das wunderbar renovierte Pfarrhaus zwischen Kirche und Kneipe. „Das ist doch Klasse“, sagt von Issendorff. Er freue sich auf die Arbeit in den Gemeinden, „vor allem aber auf die Begegnungen mit den Menschen hier – auch wenn Letzteres gerade schwieriger geworden ist.“

Einige Gottesdienste konnte der Geistliche in den ersten Wochen des Dienstes schon feiern – auch wenn die offizielle Einführung erstmal verschoben wurde. Besonders gut gefällt ihm die Arbeit in einem großen Team: „Es gibt viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit verschiedenen Talenten und Aufgaben. Und alle sind mit viel Leidenschaft dabei. Das sind richtig tolle Voraussetzungen hier“. Wichtig sei ihm in seiner Arbeit, dass Kirche einladend ist und nahe bei den Menschen. „Die sollen spüren: Ja, hier bin ich willkommen. In den nächsten Jahren möchte ich darum besonders dieses Ziel verfolgen. Konkret heißt das für mich, dass die Gemeinden noch stärker ihre Mitglieder wahrnehmen, dass wir die Angebote für die verschiedenen Lebensalter weiter verbessern und auch selbstkritisch schauen, was die Menschen hier in der Region wirklich brauchen.“ Jetzt heißt es für ihn und seine Frau aber erstmal: Ankommen und möglichst viele Menschen besuchen – soweit das eben möglich ist.

Und außerdem steht Weihnachten vor der Tür. „Dieses Jahr läuft ja alles anders. Aber wir haben schon Ideen. Besonders für die große Flächengemeinde Gnarrenburg, in der Heiligabend ansonsten um die 800 Menschen in die Kirche kommen, wird es dieses Jahr anders werden. Und vielleicht darum auch noch einmal besonderer.“ Mehr will er aber noch nicht verraten. (bz/fm)

Seit dem 1. Oktober ist Florian von Issendorff neuer Pastor für Gnarrenburg,

Kuhstedt und Kirchwistedt – die Kirchenregion „Stark wie eine“.

Foto: Kirchenkreis Bremervörde-Zeven


28.06.2020:   Wie die Torfstecher lebten (Eine Reportage)

Die,,Groode Döör" an der Giebelseite des alten Fachwerkhauses steht einladend offen. Der erste Blick in die Diele ist ein Blick ins Schwarze. Gemessen am gleißenden Licht, das die Sonne über dem Hof ausbreitet, bietet die alte Diele ein Kontrastprogramm, an das sich das Auge aber schnell gewöhnt. Das ist auch gut, weil es hier viel zu entdecken gibt. Mit allen Sinnen. Schon kneift es ein bisschen in der Nase. Das Fachwerkhaus auf dem Moorhof in Augustendorf war ein altes Rauchhaus. Aus seinen Wänden und Holzbalken strömt noch heute ein beißender Geruch.

Urlaubszeit, Reisezeit. So selbstverständlich ist das in Zeiten von Corona nicht mehr. Manch einer entscheidet sich lieber für Ferien vor der eigenen Haustür. Was nicht bedeuten muss, dass dies nicht auch spannend sein kann und neue Eindrücke bringt. Wer in der Region auf Entdeckungstour gehen möchte, dem eröffnen die Heimatmuseen wahre Zeitreisen.

Fritz Metscher ist der Reiseführer. Er kennt sich aus auf dem Moorhof. Er hat die Renovierung des alten Rauchhauses begleitet und 1988 den Verein ,,Historischer Moorhof Augustendorf – Heimatverein Gnarrenburg"mitgegründet. ,,Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, das restaurierte Rauchhaus als Museum ehrenamtlich zu führen', erzählt Fritz Metscher. Der Verein will folgenden Generationen zeigen, wie Menschen um die Jahrhundertwende gelebt und gearbeitet haben". So ist der Hof eingerichtet- mit kleinen Stuben und Schlafbutzen, der Küche mit dem Herd, auf dem die Torfstücke zum Brennen lagern, und mit der großen Diele, auf der es an diesem warmen Tag herrlich kühl ist. Fritz Metscher deutet mit dem Zeigefinger nach oben: ,,Das Strohdach isoliert gut." Alles scheint so, als seien die Bewohner gerade nicht zu Hause. Sehr wahrscheinlich sind sie ins Moor gezogen. Mit ihren Holzschubkarren, deren lange und tief über dem Boden verlaufende Ladefläche genügend Platz für die gestochenen Soden bietet. Und zudem ausgerüstet mit den Stecheisen, die auf der Diele an der Wand hängen. Torfstechen, Stücke schneiden, stuken, was stapeln bedeutet, und schließlich ringeln, das ringförmige Übereinanderlegen der angetrockneten Torfstücke – so sah der Alltag der Moorbauern aus. Hatte der heiße Sommerwind die geringelten Soden nachgetrocknet, türmten die Torfstecher schließlich alles zu einem mehr als mannshohen Hümpel auf. Zwölf bis vierzehn Stundenwaren sie am Tag mit dieser Arbeit beschäftigt, weiß der ,,Zeitreiseführer". Heute würde man sagen ,,Guide“. Aber das will so gar nicht in diese geschichtsträchtige Kulisse passen. Neemodschen Kram, würde der plattdütsche Besucher denken, der jetzt tief eingetaucht ist in die Jahre ab 1847, als Moorbauer Hilken genau hier seine Hofstelle errichtet hatte. Nachdem Moorkommissar Jürgen Christian Findorff schon ab 1751 die Kolonisation des Moores angeschoben hatte. Es gibt einen Spruch über das Schicksal der Siedler: ,,Den Ersten sien Dood, den Teeeten sien Noot, den Drütten sien Broot". Hier erhält der Gast eine leise Ahnung davon. Landleben ist für manch einen heute wieder schick. Damals aber, sagt Fritz Metscher, bedeutete es ,,schwerste Handarbeit und ärmlichste Lebensbedingungen". Eine Plackerei war es, den mühselig gestochenen Torf mit dem Kahn nach Bremen zu schaffen, wo er als Heizmaterial willkommen war.

 Bis zuletzt blieb Augustendorf Nummer 11 in Familienbesitz. Als das alte Haus 1985 abgerissen werden sollte, erkannte die Gemeinde Gnarrenburg, welch Kleinod der Moorhof ist. Sie erwarb ihn und begann 1986 mit der Sanierung des Rauchhauses. Vier Jahre später wurde es eingeweiht. Fritz Metscher erinnert sich, dass der Heimatverein, der mit der Gemeinde einen Nutzungsvertrag geschlossen hatte, anfangs skeptisch war: ,,Wir glaubten, dass wir nicht viel Erfolg haben werden mit dem Konzept eines reinen Museums," Aber: ,,Es kam ganz anders." Rund 8000 Besucher pro fahr zählt der Heimatverein. ,,Sie kommen aus der gesamten Republik und aus dem Ausland", sagt Metscher stolz. Die Einträge im Gästebuch stammen von Besuchern aus Schweden, Polen und den USA. Dazwischen findet sich ein Eintrag mit japanischen Schriftzeichen. ,,Wir sind beeindruckt", heißt es oft. ,,Es ist toll, was man hier sehen konnte", schreibt eine junge Besucherin namens Merle. Vor allem der Steinbackofen, erzählt Fritz Metscher, sei für die Besucher ein ,,Highlight, weil sie den warmen Butterkuchenlieben, der hier gebacken wird.

Der Reiseführer zieht den Kopf ein, um durch eine niedrige Türöffnung ins nächste Zimmer zu kommen. Er klappt den Deckel einer großen Holztruhe auf und deutet auf ein verstecktes Fach am oberen Rand. ,,Auf die hohe Kante legen", sagt er. Hier hat der Spruch seine wortwörtliche Bedeutung. War etwas übrig in der Kasse der Moorbauern, kam es auf die hohe Kante. An dieser Stelle fällt der Blick auf die rußschwarze Wand. Hier war die offene Feuerstelle. ,,Der Rauch zog über die Diele und imprägnierte das auf dem Dachboden lagernde Korn", erzählt Fritz Metscher, der ebenso weiß, warum die Höfe in einer Ost-West-Richtung angelegt wurden: ,,Wenn aus Richtung Westen das Schietwetter kam mit Regen und Wind, wurde der Rauch durch die groode Dör nach draußen getrieben." Kam hingegen eisiger Wind aus dem Osten, prallte er zunächst einmal auf das Vieh und war somit schon mit etwas Wärme angereichert, bevor er in die Wohnstuben drang.

Öffnungszeiten

Der Historische Moorhof in Gnarrenburg, Augustendorf 11, ist sonntags von 14 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet, bei Maskenpflicht und Sicherheitsabstand. Gruppenführungen sind auch wieder möglich. Nähere Information gibt es unter den Telefonnummern 04763 / 8646 und 04763 / 62220 sowie über die Internetseite www.touristik-gnarrenburg.de. Der Historische Moorhof Augustendorf liegt im Landkreis Rotenburg zwischen Bremen und Hamburg in der Gemeinde Gnarrenburg. In der Umgebung gibt es zudem einen Moorerlebnispfad und einen Moorlehrpfad. (Weser-Kurier)


23.06.2020:  Das Jagdflugzeug im Huvenhoopssee

Am Ende des 2. Weltkrieges, am 12. Oktober 1944, wurde bei heftigen Luftkämpfen ein deutsches Jagdflugzeug über dem Huvenhoopsmoor in Augustendorf abgeschossen. Es stürzte in den gleichnamigen See. Seitdem ranken sich Spekulationen und Geschichten um den Absturz. Aufgeklärt wurde das tragische Geschehen jedoch nie. Fritz Metscher als Dorfchronist für Augustendorf hat es sich auf die Fahne geschrieben, das Geheimnis zu lüften. Gibt es Zeitzeugen oder überlieferte Aussagen, die zur Klärung beitragen können? Wer über Informationen über das Ereignis verfügt, sollte sich mit Fritz Metscher (0 47 63-74 41) in Verbindung setzen. Im so genannten Verlandungsgürtel am Ufersaum des Huvenhoopsees (Pfeil) wird in südwestlicher Richtung das Flugzeugwrack vermutet. (bz) Foto: Schmidt


23.05.2020:   Familie Gans beim Moorausflug

Das hier ist keineswegs ein verspäteter „Vatertagsausflug“. Unser Leser Karl-Heinz Metscher dokumentierte vielmehr einen Moor-Spaziergang von „Familie Gans“ auf einer Wiese zwischen Augustendorf und Forstort-Anfang. „Auch in Corona-Zeiten bin ich mit der Kamera unterwegs, aber meistens brauche ich ja auch nicht weit zu laufen, um ein Motiv zu finden“, schrieb uns Metscher, der die Redaktion der BZ schon mehrfach mit seinen gelungenen Naturfotos erfreut hat. Diese fotogene Graugans-Familie spazierte kürzlich über seine Wiese. Natürlich – wie es sich gehört – im „Gänsemarsch“. (ts)